Erfahrungsberichte
Die Artikel geben die Meinung des jeweiligen Autors wieder.
Mein Besuch als Mitglied der GDT - Regionalgruppe II beim 17. GDT Internationalen Naturfoto Festival vom 23.-25. Oktober 2009 in Lünen
Schon lange hatte ich mich auf das Treffen des Internationalen Naturfoto Festivals der GDT in Lünen gefreut. Auf mich traf der Slogan und die damit verbundene Fragestellung seitens der GDT -Lust auf Lünen?- vollends zu.
Nicht nur die Freude darüber Gleichgesinnte und Freunde mal wieder treffen und einen intensiven, persönlichen Gedankenaustausch betreiben zu können, war ich auch ganz gespannt darauf, den in diesem Jahr neugewählten Vorstand und Präsidenten der GDT persönlich kennenzulernen.
Nicht zuletzt wollte ich, so wie meine Kollegen der Regionalgruppe II auch, unser Regionalgruppenmitglied -Winfried Wisniewski- bei seinem angekündigten Vortrag „Skandinavien im Sommer“ tatkräftig mit meiner Anwesenheit unterstützen.
So hatte ich mich an diesem Samstagmorgen bereits „mitten in der Nacht“ mit Dirk Vorbusch verabredet, um gemeinsam nach Lünen aufzubrechen. Dirk, noch etwas verschlafen wirkend, und ich philosophierten bereits während der Fahrt über unsere Wünsche und Erwartungen an den heutigen Tag. Wie nicht anders zu erwarten, stimmten Dirks und meine Vorstellungen überein.
Als wir auf dem Parklatz des Ringhotels am Stadtpark in Lünen ankamen, begrüßten wir als erstes „fensterklopfend“ unser Regionalgruppenmitglied und Gründungsmitglied der GDT - Karl Friedrich Müller - und seine Frau in ihrem dort abgestellten Wohnmobil. Auch ließ das Treffen mit unserem Regionalgruppenleiter -Franz Ludenberg- im Eingangsbereich des Ringhotels nicht lange auf sich warten. Zunächst war es für uns erst einmal wichtig, einen Kaffee zu trinken, denn selbst Franz war noch etwas wortkarg an diesem Morgen.
Frisch gestärkt wartete schon der für den Ablauf und Helfereinsatz verantwortliche Werner Bollmann darauf, uns für die anstehende, erste Kartenkontrolle zum Vortrag der GDT Regionalgruppe IX Mecklenburg-Vorpommern - Adler, Kraniche & Me(h)r - an diesem Morgen entsprechend einsetzen zu können.
Nachdem der GDT-Präsident - Martin Eisenhawer- die Veranstaltung eröffnet hatte, begann unser Regionalgruppenmitglied - Markus Botzek- als einer der zwei durch das Programm führenden Moderatoren seine Moderation unerwartet und für alle auflockernd mit der Gesprächsannahme seines klingelnden Handys. Seine Botschaft verstanden wir alle: Handys sind während der Vorträge auszuschalten.
Der begeisternde Vortrag und auch die Selbstdarstellung der Regionalgruppe IX Mecklenburg-Vorpommern muss unserer Meinung nach die „Richtschnur“ für unseren vorgesehenen Vortrag im nächsten Jahr sein.
Mittlerweile, wir hatten schon etliche Regionalgruppenmitglieder und Fotofreunde getroffen und konstruktive Gespräche geführt, war es an der Zeit „unseren Winni“ bei seinem Vortrag -Skandinavien im Sommer- zu „unterstützen“. Wie auch nicht anders zu erwarten, meisterte Winni seinen gestalterisch und technisch einwandfreien Vortrag in bestechender Vortragsmanie, sodass es unserer Unterstützung (vielleicht hat er sich aber trotzdem gefreut) in keiner Weise bedurfte.
Jetzt war die Zeit gekommen, sich die Ausstellungen der prämierten Bilder zum Europäischen Naturfotografen des Jahres 2009 und des Internationalen Fritz- Pölking- Preises anzuschauen. Ebenso waren natürlich die ausgestellten Bilder zum Wettbewerb GDT-Naturfotograf des Jahres 2009 und die Bilder der Regionalgruppe IX Mecklenburg-Vorpommern sehr interessant und sehenswert.
Natürlich waren unsere Meinungen zu den gezeigten Bildern nicht immer deckungsgleich, sodass wir entsprechend kontrovers und ausgiebig diskutierten. Auch die ausgestellten Produkte zur Fototechnik, Fachliteratur und zum Spezialzubehör, wie auch des Buchhandels, Reisemarktes und der Verlage, des begleitenden Fotomarktes waren einen Besuch wert, denn sie ermöglichten uns umfassende Informationen zu erhalten.
Die gelungener Vorträge, das kommunikative Treffen etlicher Gleichgesinnter und Freunde sowie das am Samstagabend dargebotene Buffet sorgten für einen ausgezeichnet kurzweiligen Festivaltag, der uns allen lange im Gedächtnis bleiben wird.
Schon auf der Rückfahrt stand für mich fest:
Auch im kommenden Jahr werde ich wieder LUST AUF LÜNEN haben.
Hans-Helmut Esser, GDT - Regionalgruppe II
D200 gegen D2X – welche ist die Bessere?
Nach 2 Jahren intensiver Arbeit mit der Nikon D2X kann ich nur sagen, dass diese Kamera für die Naturfotografie wie geschaffen ist. Kann die Nikon D200 ihr in diesem fotografischen Bereich das Wasser reichen, zumal sie ja nur 1/3 ihrer großen Schwester kostet? Dieser Test soll Aufschluss geben.
Die D2X ist mir aufgrund 2-Jähriger intensiver Nutzung wohlbekannt. Viele Eigenschaften und Funktionen dieser tollen Kamera sind mir zur Selbstverständlichkeit geworden, mit den wenigen Macken kann ich gut leben.
Gehäuse
Da wird es die D200 nicht leicht haben, dachte ich mir, als ich die Kamera aus ihrer Verpackung befreite. Viel kleiner als die D2X kommt sie daher, liegt aber dennoch überraschend gut in der Hand. Die Belederung macht sie sehr griffig, allerdings löst sie sich auch nach intensiver Nutzung gerne vom, überwiegend aus einer Magnesiumlegierung bestehenden, Gehäuse - ganz so wie bei der D2X und allen seit der F5 produzierten Profimodellen. Die D2X liegt allerdings noch eine Klasse besser in der Hand, was sich vor allem beim Handling mit schweren Profioptiken zeigt. Hier kann das optionale Batteriepack MD-D200 der D200 unter die Arme greifen. Dies setzt allerdings die durchweg gute Gehäusequalität der Kamera nicht fort.
Bedienung:
Die Bedienung der 200er ist an die D2X angelehnt, somit kann sie durchaus als preiswertes Backupgehäuse neben ihrer großen Schwester laufen. Die D2X liegt, allein schon wegen ihrer Größe, besser in der Hand.
Ein wenig fummelig gestaltet sich die Umschaltung der Belichtungsmessart. Das ist bei der D2X besser gelöst. Der Umschalter kann aber bei der D200 wegen des eingebauten Blitzgerätes nicht am Prismengehäuse platziert werden.
Dieses Blitzgerät eignet sich durchaus auch für anspruchsvolles Aufhellblitzen, eine Funktion, welche ich in meiner Testphase gerne genutzt habe. Gegenüber einem externen Blitz, wie zum Beispiel dem SB-800, weist es aber doch einige Einschränkungen auf. Der Blitzzwerg reduziert leider die Serienbildgeschwindigkeit und lässt auch keine Kurzzeitsynchronisation jenseits der 1/250sec. zu. Wie gesagt, leistet er aber im täglichen Gebrauch dennoch wertvolle Dienste.
Bei der Größe des Monitors sind beide Kameras gleichauf, beide weisen eine ausreichende Diagonale von 2,5“ auf. Mit dem Gleichstand ist es allerdings bei der Wiedergabequalität vorbei. Hier kann die D200 punkten, obwohl sie mit ihren 230.000 Bildpunkten 2000 Punkte weniger darstellt als der D2X-Monitor. Sie stellt die aufgenommenen Bilder noch besser dar als beim ohnehin schon sehr guten D2X-Bildschirm, offenbar ein Zeichen dafür, dass es sich bei der D200 um die „modernere“ Kamera handelt.
Dass der Multifunktionswähler an der Kamerarückseite ein wenig kleiner ausfällt, stört nach einer kurzen Eingewöhnungszeit nicht wirklich.
Da stört die Tatsache, dass der, übrigens recht helle, Sucher nur 95% des Bildes zeigt, schon mehr. In Situationen, in denen es um exakte Bildgestaltung geht, habe ich oft den 100%-Sucher der D2X herbeigesehnt.
Für verwöhnte D2X-Fotografen stellt die Akkuleistung der 200er eine mittlere Katastrophe dar. Geht man mit der D2X selbst mit 50% Akkuladung noch auf eine umfangreiche Fotopirsch, würde ich das D200-Usern nicht empfehlen. Zudem arbeitet ihre prozentgenaue Anzeige, entgegen der äußerst genauen D2-X-Anzeige, nicht linear. Besserung kann hier, der oben schon erwähnte Batteriepack MD-D200 schaffen. Er fasst zwei Akkus und verlängert so den Fototag. Schade ist nur, dass es mit dem der D200 beiliegenden Ladegerät nicht möglich ist beide Akkus zeitgleich zu laden.
Leider bietet die D200 keinen eingebauten Okularverschluss, ebenfalls eine ärgerliche Tatsache für einen Fotografen, der nicht immer beim Auslösen mit seiner Stirn am Kamerarücken klebt und somit Fremdlichteinfall den Belichtungsmesser irritieren kann.
Das Belichtungsmeßsystem hat sich als sehr gut erwiesen und gibt keinen Anlass zur Klage. Dass lieber ein wenig knapper belichtet werden soll, gilt auch für die D200, wenngleich ich bei ihr eine minimal kleinere Tendenz zu ausgefressenen Lichtern festgestellt habe.
Der Autofokus ist recht flott, aber nicht ganz mit dem der D2X zu vergleichen. Die AF-Sensoren decken bei der D200 leider auch nur einen kleineren Bereich des Bildes ab. Das macht das Arbeiten nicht gerade leichter.
Die D200 weist keinen Highspeedmodus auf, was mich aber nicht wirklich gestört hat.
Bildqualität
Bei der Bildqualität liegen beide Modelle gleichauf. Beide Kameras liefern die von vielen Nikon-Fotografen (und vielen Canonieren) geliebten Farben, wobei die D200 mehr in Richtung bräunlich tendiert, die D2X eine Spur mehr Magenta in ihren Bildern verarbeitet. Auch im Rauschverhalten ähneln sich die beiden Schwestern, so dass auch hier ein Patt entsteht. Bis ISO 400 kann man mit hochwertigen Ergebnissen rechnen, wobei sich störendes Rauschen bei beiden Modellen bei dunklen Grüntönen zuerst bemerkbar macht. In der späteren EBV können Entrauschungstools, am besten selektiv angewendet, diese Erscheinung kompensieren. Die fehlenden 2 MP gegenüber der D2X fallen nicht wirklich ins Gewicht, die Reserven für einen Ausschnitt sind halt ein wenig kleiner. Der oben schon erwähnte Hang zu ausgefressenen Lichtern ist auch bei der D200 vorhanden, allerdings glaube ich hier eine leichte Verbesserung zur D2X auszumachen. Die Unterschiede sind allerdings marginal und so bleibt diese Eigenschaft, genau wie das Rauschverhalten, als große Verbesserungswünsche für die Zukunft.
Fazit
Sieht man über die Akkuschwäche und die anderen Kleinigkeiten hinweg, empfiehlt sich die D200 auf jeden Fall für den ambitionierten Fotografen oder auch für den Profi. Dies wird durch den vergleichsweise niedrigen Kaufpreis noch untermauert. Auch als Zweitgehäuse zur D2X kann ich die D200 empfehlen, zumal die Bedienung ihrer großen Schwester ähnelt. Das kleinere Gehäuse der D200 ist immer dann angenehm, wenn man nicht das große Reisegepäck mitschleppen will oder muss – und das sind sicherlich viele Situationen.
Artikel von Dirk Vorbusch
Update: 25.10.2009